Protagonisten

Im Jahr 2004 hat der Autor in zwei Recherchereisen nach Havanna das Vertrauen der Protagonisten gewinnen können, so dass erstmals in einem Dokumentarfilm Menschen offen vor der Kamera über Ihre Homosexualität und ihr Leben auf Kuba sprechen.

Tomas005Tomás, 60, Schriftsteller                               

Ist ehemaliger Freund und Arbeitskollege von Reinaldo Arenas in der Nationalbibliothek. Dort arbeitet er auch noch heute. Seine Lebensgeschichte lässt den Aufbruch der revolutionären Jahre genauso aufscheinen, Tomas001wie die Verfolgung Homosexueller in den 80er Jahren. Zentrale Themen sind die Revolution und die Religion. Er ist Anhänger der Santería, einer dem Voodoo verwandten afro-kubanischen Religion. In der Santería werden Homosexuelle nicht ausgegrenzt oder diskriminiert: Schwule sind Bestandteil der überlieferten nigerianischen Mythen unter anderem als Erretter der Meeres-Göttin Yemayá.

Raudel001Raudel, 19, Sozialarbeiter                              

Er lebt mit seiner Mutter in einem kleinen Häuschen in San Antonio de los Baños, einem kleinen Ort unweit von HavannaRaudel002. Wie Tomás ist er Anhänger der Santería-Religion. Und wie er glaubt auch Raudel an die Revolution. Auch auf dem Land existieren geheime und verbotene Treffpunkte der Schwulenszene, die die Kamera mit ihm aufsucht.


Imperio001Imperio, 34, Travestiekünstler                           

Er ist einer der bekanntesten Travestiekünstler Havannas. Allabendlich tritt er in einem illegalen Nachtclub auf. Imperio006Er ist HIV-Positiv und hat die Entwicklung im Umgang der kubanischen Behörden mit Aids erlebt: von der Internierung in Lagern, bis zum heutigen offeneren Umgang und der Möglichkeit der Behandlung mit kostenlosen Medikamenten.


Eduardo001Eduardo, 34, Künstler                                  

Fotograf und Künstler, der mit seinen Collagen schon mehrere Ausstellungen in Havanna gemacht hat. In seinen Arbeiten setzt er sich seit Jahren mit dem Männerbild in der kubanischen Gesellschaft und damit mit dem Machismo auseinander. Er gehört wie auch Tomás zur Intellektuellen Oberschicht Havannas. Eduardo002Wie dieser, sieht er das Ziel einer schwulen Bewegung nicht in Anpassung und Vereinnahmung durch den Mainstream nach westlichem Vorbild, sondern erhofft sich gerade im Vakuum des kommunistischen Kubas eine Chance, die Konstruktionen von Männlichkeit, Gender und Homosexualität offen zu legen, und über die Anders-Artigkeit eine andere neue Art von Bewegung zu schaffen.

Alexey001Alexey, 30, Tänzer                                    

Sohn eines Parteifunktionärs, arbeitslos. Er wohnt illegal in einem kleinen Zimmer in Havanna Centro.Alexey003 Eine typische Nachtgestalt am Malecón, schrill, bunt und mit dauernden Problemen mit der Polizei und mit Behörden. Obwohl er schwul ist, glaubt er nicht an Liebe zwischen Männern, wie viele andere kubanische Schwule.



Isabel004Ahmed „Isabel“, 23, Transsexueller                        

Er ist arbeitslos und versucht, als Frau zu leben. Er wohnt bei seinen Großeltern in einem vom Zusammenbruch bedrohten Haus in Habana Centro. Isabel002Der wichtigste Ort für ihn ist der Malecon, die Uferpromenade Havannas, wo er sich jede Nacht mit Freunden trifft. Er ist derjenige, der am meisten unter den Vorurteilen und der Diskriminierung leidet. Selbst von der Familie wird er mehr verspottet als geliebt. Seine große Hoffnung ist es, eines Tages als Frau leben zu können.

 

 

[Home] [Der Film] [Hintergrund] [Reinaldo Arenas] [Musik] [Protagonisten] [Crew] [Kritiken] [Gaestebuch] [Kontakt] [Presse]